Selbsthilfgruppe


Was ist eine Selbsthilfegruppe?


Ziel einer Selbsthilfegruppe sind vor allem die Entlastung der Teilnehmenden, der Austausch untereinander, der gemeinsame Weg zu neuen Kommunikationsmustern und Umgangsweisen und manchmal die Weitergabe von Informationen.


Dabei kann eine Selbsthilfegruppe helfen, da ein gemeinsamer Leidensdruck besteht und die geteilte Betroffenheit von innerer Einsamkeit und Überforderung befreien kann. Die gegenseitige Akzeptanz und Solidarität schaffen ein Klima von Verständnis, das auf Mitleid verzichten kann. Durch das Miteinander-Sprechen und Teilen der Erfahrungen werden Heimlichkeiten und eine Tabuisierung aufgehoben – das entlastet. Durch ein regelmäßiges Treffen der Teilnehmenden entsteht Kontinuität, ein roter Faden, dadurch wird gemeinsam ein Entwicklungsprozess möglich. Offene, echte Beziehungen, wie sie in der geschützten Atmosphäre der Gruppe entstehen können, haben eine unterstützende Wirkung, Fassaden werden überflüssig und können abgelegt werden. Hoffnung und Ermutigung durch die Gruppe geben Energie und ein gemeinsames Ziel; dazu trägt bei, andere Gruppenteilnehmende in ihren neuen Schritte und neuen Erfahrungen zu beobachten und diese zu teilen.


Dabei arbeitet die Gruppe über die Erfahrung von Entlastung durch das Besprechen aktueller Probleme, das Ausprobieren und Erfahren neuer Kommunikationsmuster, die in die Familie und in das Leben „außerhalb der Gruppe“ mitgenommen werden können. Manchmal können andere Gruppenteilnehmende Infos und eigene Erfahrungen weitergeben, die bei den nächsten eigenen Schritte hilfreich sind.
Dies alles entsteht in einer geschützten Atmosphäre, in der der*die Einzelne sich offen und ehrlich zeigt und mitteilt, die Gruppe einander wertschätzend zuhört und sich gegenseitig als Resonanzkörper und Spiegel zur Verfügung steht.


Um dieses Potential einer Selbsthilfegruppe zu nutzen, ist es sinnvoll, dass Angehörige aus derselben Familie in unterschiedliche Gruppen gehen. Bestehen im Vorhinein Beziehungen unter den Gruppenteilnehmenden, wird erfahrungsgemäß die schon bestehende Beziehungsdynamik mit in die Gruppe gebracht und die Teilnehmenden in ihren Möglichkeiten dadurch eingeschränkt.

Daher gibt es im FrauenGesundheitsZentrum zwei Angehörigengruppen, so dass Ehepaare, Geschwister etc. sich getrennt Unterstützung suchen können – eine Gruppe, die offen für Frauen und Männer ist, sowie eine Gruppe für Frauen.



Selbsthilfe für Betroffene

Selbsthilfe für Angehörige