Angehoerige


Hilfe für Angehörige

Wir beraten alle Angehörige, Familienmitglieder, Freund*innen und Kolleg*innen von betroffenen Mädchen und Frauen telefonisch und persönlich.

Vor allem bei Essstörungen, anderen Suchterkrankungen, Depressionen, aber auch bei frauenspezifischen Erkrankungen, chronischen Erkrankungen und Lebenskrisen, besteht für Angehörige oft ein dringender Beratungswunsch. Viele Erkrankungen oder Probleme betreffen die ganze Familie, oft besonders Mütter oder PartnerInnen und können zu schweren Belastungen für alle werden. Deswegen ist eine Beratung für Angehörige oftmals genauso wichtig und notwendig, wie für die Betroffenen selbst.

Mädchen und Jungen, junge Frauen und Männer, Studentinnen und Studenten können als Freund*innen, Partner*innen, Schwestern/Brüder usw. gerne zu uns kommen, entweder erst einmal alleine oder gleich zusammen mit der betroffenen Person.

Sie erhalten/Ihr erhaltet bei uns Informationen über die Erkrankung, Adressen von anderen Hilfsangeboten, sowie Unterstützung in einer persönlichen Beratung zum Umgang mit der Problematik als Angehörige*r und zum Ausarbeiten von weiteren Schritten zur Problemlösung.

Auch wenn die betroffene Person selbst noch keinen Zugang zur ihrer „Krankheit“ oder dem Problem hat, können Sie/kannst Du als Angehörige*r oder Freund*in professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dies ist oft der erste Schritt zu einer Verbesserung der Situation.

Wichtig: Wir bieten Familiengespräch und Paargespräche für Mütter, Töchter, Partnerinnen und Freundinnen an. Beratungen für Väter, Brüder, Partner finden als Einzelberatungen statt. Ziel des FrauenGesundheitsZentrums ist es zu frauenspezifischen Gesundheitsthemen zu beraten. Interessierte Männer können sich hier gern eigenverantwortlich informieren.

Wir arbeiten derzeit daran, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige Frauen und zusätzlich eine gemischte Gruppe für Angehörige aufzubauen. Dazu bieten wir eine angeleitete Selbsterfahrungsgruppe für Angehörige an.

Analytische Selbsterfahrungsgruppe für Angehörige

Die Essstörung einer Angehörigen kann das Zusammenleben eines Paares oder auch einer Familie sehr belasten. In dieser Situation kann es schwierig sein bei sich selbst zu bleiben bzw. wieder zu sich selbst zu finden. Um diesen Prozess zu unterstützen wird ab Januar 2020 im FGZ eine analytische Selbsterfahrungsgruppe für Angehörige angeboten.

Die Vielstimmigkeit der Gruppe bietet ein gleichfalls vielfältiges Angebot an Unterstützung: Worte, Vertrauen und Verständnis zu finden, sich verbunden zu fühlen, von anderen gesehen und gespiegelt zu werden, voneinander zu lernen, Feedback und Anerkennung zu geben und zu bekommen, Wichtiges über sich selbst zu erfahren, neue Verhaltens- und Kommunikationsweisen auszuprobieren, aber auch Rückhalt zu haben, um mit sich selbst in Kontakt zu kommen und um sich – auch unangenehmen – eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu stellen.

Die Verbundenheit, die sich im Gruppenprozess einstellt, ermöglicht diese (oftmals) neuen Erfahrungen. Dabei kann die aktuelle Lebenssituation vor dem Hintergrund der eigenen Vergangenheit auch im „Hier und Jetzt“ der Gruppe erlebt und verstanden werden. Mit dem „Hier und Jetzt“ ist gemeint, dass beispielsweise Konflikte innerhalb der Gruppe zur Lösung eigener Schwierigkeiten außerhalb der Gruppe beitragen können.

Die analytische Selbsterfahrungsgruppe als ein besonderer und außeralltäglicher Rahmen stellt hierfür einen sicheren Raum zur Verfügung: Jede*r kann und soll sich hier in einer akzeptierenden Atmosphäre offen, spontan, ehrlich und frei äußern können. Alles darf gesagt werden. Damit dieses offene Gespräch möglich ist, sollten die Teilnehmenden außerhalb der Gruppe in keiner engen Beziehung zueinander stehen (z. B. keine Partner*innen, Freund*innen oder Kolleg*innen sein). Alles was in der Gruppe gesprochen wird und passiert unterliegt der Verschwiegenheit. Für diesen Rahmen ist es auch wichtig, dass alle Teilnehmenden verbindlich und regelmäßig möglichst an allen Gruppensitzungen teilnehmen. Die Gruppe ist offen für neue Teilnehmende.

Organisatorischer Rahmen

  • Das Mindestalter für die Teilnahme liegt bei 18 Jahren
  • Vor Beginn der Gruppe finden 1-2 Vorgespräche mit der Gruppenleitung statt. Diese sind jederzeit möglich.
  • Die Gruppengröße liegt zwischen 4-9 Teilnehmenden. Es können fortlaufend neue Teilnehmende aufgenommen werden, wenn es einen freien Platz in der Gruppe gibt.
  • Die Gruppe findet außerhalb der Schulferien und gesetzlicher Feiertage (BaWü) wöchentlich dienstagsabends zwischen 18.30 und 20 Uhr statt.
  • Teilnehmende zahlen einen Beitrag von 50€ pro Monat (ca. 15€ pro Abend). Dieser Beitrag ist monatlich im Voraus an das FrauenGesundheitsZentrum zu überweisen (Spendenbescheinigungen und Ermäßigungen, wenn nötig, sind möglich. Für versäumte Sitzungen, ob entschuldigt oder nicht, kann der Betrag nicht zurückerstattet werden.)

Gruppenleitung

Christina Herrmann // Terminvergabe erfolgt über die Telefonsprechstunde im FGZ